bodo berheide


Biografie

Bodo Berheide wurde 1944 in Oberhof/Thüringen geboren, seit seinem ersten Lebensjahr lebt er in Wuppertal. 1972-77 hat er an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys in der Beuysklasse studiert. Wesentliche Überlegungen aus dieser Zeit verfolgt er in seiner eigenen Arbeit weiter, darunter die Prinzipien der Kommunikation und Partizipation. 1977 gehört er zu den Mitbegründern des „Nordstadt-Galerie-Kollektivs“ in der Hofaue 21a; das Projekt, das Ausstellungen und intermediale Aufführungen realisiert, zieht 1985 unter dem Namen „Atelier- und Galerie-Kollektiv“ in die Berliner Straße um. Seit 1992 existiert es ohne festen Raum mit der Option plötzlichen Reagierens und Handelns. 

Die Skulptur „figura magica“.
Die „figura magica“ fügt sich in das Ensemble der Sitzbänke vor dem ehemaligen Schauspielhaus und zukünftigen Pina Bausch Zentrum in Wuppertal ein. In Hufeneisenform mit langgezogenen Schenkeln ganzflächig auf dem Boden aufliegend und kaum kniehoch bleibt sie trotz ihrer Länge und ihres Gewichts unspektakulär. Um so mehr strukturiert sie den Platz weiter, deutet augenblicklich symbolische und semantische Schichten an und ist stumm-beredt geheimnisvoll.
Für Bodo Berheide, von dem diese Skulptur aus Gusseisen stammt, entsteht Kunst ohnehin im Dialog mit der Öffentlichkeit, schon während ihrer Errichtung und noch im Verhältnis zu ihrer Umgebung. Bei der „figura magica“ ist die Story zurück- und weitreichend. Mithin ist sie das zentrale Projekt in seinem Schaffen.

Bodo Berheides eigenes Werk umfasst neben der „figura magica“ auch Objekte und Tafeln aus recycling Papiermasse, in die Worte und Texte und Tiersymbole geprägt sind. Viele dieser Motive sind während der Reise der Skulptur entstanden. Und es gibt die Zeichnungen, die mit all dem zusammenhängen, aber doch auch andere Töne anschlagen. Die Handzeichnungen tragen mitunter Spuren eines Tagebuchs. Sie sind Seismogramm aus der Erfahrung heraus, beschreiben innere Wahrnehmung und reißen ein räumliches Bewusstsein an, auch dann, wenn sie als farbige Fäden zwischen Fließen und staksigem Ertasten durch das Blatt greifen. Ebenso konkret wie abstrakt sind sie ausgearbeitet, ganzes Risiko und souveräne Lösung. 



Textauszüge von Dr. Thomas Hirsch

dieses foto von mir wurde von der wunderbaren kerstin sonntag-gabler gemacht